Bäckern gehen

Wochenende 8:00 Uhr, Zeit die die drei großen S zu genießen: Samstag, Sonne, Frühling… OK, anscheinend kommt dieser Text drei Monate zu früh. Jedenfalls ist es Zeit für Frühstück und eine gute Gelegenheit zumindest mit den Präpubertieren der Familie in Kontakt zu treten.

Die Teenager genießen lieber die drei anderen s: sumpfen, schlafen, schnarchen… Nur Kind 5 ist bereits wach und probiert seine drei Lieblings-s aus: spielen, spielen, schlau vor der Hausarbeit drücken. Ich versuche eine Kontaktaufnahme:

„Kind, wir wollen frühstücken. Gehst Du bitte zum Bäcker und holst Brötchen.“
„Ich hab‘ noch keinen Hunger.“
„Mama und Papa möchten aber jetzt frühstücken. Geh‘ Du bitte bäckern, ich decke so lange den Tisch.“
„Später vielleicht.“
„Später hat der Bäcker zu. Wir bräuchten jetzt die Brötchen.“
„Ich mag aber nicht.“
„Ach je!“, rufe ich als ich den Küchenschrank öffne. „Wir haben ja gar kein Nutella mehr im Haus.“
„Wie, kein Nutella?!“, ruft mein Sohn erschrocken.
„Schau doch, im Schrank ist keins mehr.“
„Gibt es beim Bäcker Nutella?“
„Ich weiß nicht. Wenn man früh genug hingeht, hat er manchmal noch ein Glas übrig. Wenn es mal bloß noch nicht verkauft wurde….“
„Papa, schnell! Gib mir bitte Geld. Ich muss dringend Nutella kaufen.“
„Gerne, bring noch zwölf Brötchen mit…“

Das Leben ist ein Kuhhandel. Aber es gibt Schlimmeres als eine Schublade voll angebrochener, halbleerer Nutella-Gläser.

4 thoughts on “Bäckern gehen

  1. Haha, so haben es meine Eltern auch immer probiert. Das Problem bei mir war nur, dass ich Nutella nicht so mag und wenn ich ein gutes Buch am lesen war, hätte ein Atomkrieg keine Chance, mich aus meiner Welt herauszureißen.
    Da ich jetzt alleine wohne und keine Verwendung für volle Nutella-Gläser habe (ich bekomme sie nie leer gegessen), biete ich heldenhaft meine Hilfe an und nehme euch gerne ein halb-leeres Glas ab, wenn ihr zu viele davon habt. 😉

Kommentar verfassen