Aufklärung…

In einer einer möglichen Zukunft, nicht weit entfernt…

„Papa“, fragt das Kind: „Wo kommen eigentlich die Babys her?“

Papa stockt und nimmt seine VR-Brille ab. Dann stottert er nervös: „Äh, also die Babys. Nun,… das ist kompliziert. Weißt Du, das ist so wie mit den Bienen und den Blümchen. Wenn die Biene eine Blume so richtig gern hat, dann kann etwas passieren. Und wenn Mama und Papa sich ganz doll lieb haben, dann… also, äh dann…“

„Papa“, unterbricht das Kind verwirrt. „Ich verstehe das nicht.“

„Nun, also wenn eine Blumen sich eine kleine Babyblume wünscht und wenn jetzt die Bienen, … also dann…“

„Papa“, fragt das Kind: „Was sind Bienen?“

… in einer einer möglichen Zukunft nicht weit entfernt.


Seit 1992 hat Deutschland 75% seiner Insekten verloren. Alte Autofahrer wissen das: Früher war jede Windschutzscheibe von toten Insekten verklebt, heute sind nicht mehr genug Insekten übrig.

Hauptursachen sind unsere intensive Landwirtschaft, Pestizide, sowie die „Versteinerung“ unserer Städte und Gärten. Ja, Steckmücken sind lästig, aber ohne Insekten brechen Nahrungsketten zusammen: Wo Bienen und andere Insekten keine Pflanzen mehr bestäuben, wird nicht mal ein Veganer satt.  Es ist Zeit zu handeln:

  1. Kauft ökologisch ein 
    Biolandwirtschaft nutzt weniger Pestizide, je nach Betrieb auch gar keine.
  2. Keine Pestizide im Garten
    Ein bisschen Unkraut im Rasen tötet keinen, Pestizide schon.
  3. Blumenwiese statt Steingarten oder Rasenfläche. 
    Steingärten sind hässlich, staubig und heiß. Englischer Rasen ernährt allenfalls eine Kuh, aber keine Insekten. Sehr praktisch: Blühende Blumenwiesen mäht man nicht, sie machen also keine Arbeit. Deshalb: Lasst Blumen wachsen. Flower Power hat schon in den 60ern funktioniert.
  4. Baut Insektenhotels
    Sieht hübsch aus und hilft Solitär-Insekten beim Nisten. Anleitungen gibt es haufenweise, Holzreste finden sich überall und den Insekten ist es egal, wenn das Ergebnis etwas windschief ist. Wer nicht basteln will, kauft im Baumarkt oder bei The Shop.
  5. Begrünt eure Dächer
    Ein grünes Dach kühlt im Sommer und wärmt im Winter. Es spart also Heizung ebenso wie stromfressende Klimaanlagen. Funfact: Auf ein begrüntes Flachdach passt immer noch eine Solarzelle. Wer kein Flachdach hat, lässt Efeu am Haus wachsen.
  6. Schreibt euren Abgeordneten
    Fragt sie nach ihren Konzepten für Natur- und Klimaschutz. Bleibt dabei freundlich! Auch Politiker leben in ihren Filterblasen, gut behütet von Lobbyisten. Je öfter sie nette Briefe von naturbewussten Menschen bekommen, umso stärker prägt dies ihr Weltbild.

Achtet auf unsere Welt und auf unsere Insekten. Damit sie auch morgen noch kraftvoll … summen können.

 

2 thoughts on “Aufklärung…

  1. Sehr guter Aufruf. Und ein kleiner Tipp für alle Studentenbuden unterm Dach: Hängt euch einen Blumenkasten ins Fenster! Auf diese Weise hat man nicht nur eine schönere Aussicht, sondern auch ab und zu Besuch. Und wenn nervige Nachbarn unten auf dem Bürgersteig vorbeilaufen, llässt es sich manchmal eben nicht vermeiden, dass man etwas daneben gießt. Aus Versehen, versteht sich…

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